Mit Geflüchteten aus der Ukraine gemeinsam Ostern feiern

Ein rotes gemustertes Osterei an einem Strauch
Bildrechte: Bild: Marigard / Pixabay.com – Lizenz; In: Pfarrbriefservice.de

Mit den Geflüchteten aus der Ukraine gemeinsam Ostern zu feiern, kann gegenseitig Trost, Kraft und Halt geben. Erzählen Sie sich dabei auch gegenseitig von den Oster-bräuchen und den Riten und Symbolen in der Liturgie und auch davon, was Sie an Ostern besonders berührt und was Sie im Glauben stärkt. Die Christen des Ostens feiern in diesem Jahr ihr Osterfest eine Woche nach unserem Ostertermin. 

So könnten Sie Osterfreude weitergeben und Menschen zusammenführen – vier Ideen:

Gemeinsam Palmbuschen binden und verschenken

Gesegnete Palmbuschen erinnern an den Einzug Jesu in Jerusalem und sind in den katholischen Gemeinden bei uns auch eine traditionelle Segenshandlung im Frühjahr. Mit der Segnung der Palmzweige erbittet man Schutz für die Menschen, die Personen in den Familien, in den Häusern, den Höfen und auch Schutz für die Gebäude.

Beziehen Sie die Geflüchteten in ein gemeinsames Palmbuschen-Binden ein und überlegen Sie gemeinsam, wie Sie die gesegneten Buschen verteilen oder an wen Sie diese verschenken wollen. Neben den Geflüchteten gibt es auch in unseren Gemeinden einsame, trauernde, alte und kranke Menschen, die sich über einen Besuch und dieses Geschenk freuen.

Ostereier gemeinsam färben, verzieren und verschenken

Die Tradition, sich bemalte Ostereier als Symbol für das neue Leben zu schenken, stammt aus der Ostkirche und ist dort bereits in den ersten Jahrhunderten nach Christus belegt. In der orthodoxen Kirche werden die Eier überwiegend rot bemalt, was direkt auf den auferstandenen Christus und das von ihm vergossene Blut verweist. „Pysanka“, „die Geschriebene“, nennt man das in Batiktechnik mit grafischen Mustern versehene Osterei in der Ukraine.

Sie könnten auf Geflüchtete zugehen und sie bitten, gemeinsam mit Ihnen gekochte Ostereier in der ukrainischen Tradition zu verzieren. Auch hier können Sie gemeinsam überlegen, an wen Sie diese verschenken wollen.

Gemeinsam die Osterliturgien feiern

Laden Sie auch die orthodoxen Geflüchteten vor Ort in Ihren Palmsonntags- und den Ostergottesdienst und auch zum Osterfrühstück der Gemeinde ein. Es gilt, dies im Bewusstsein zu tun, dass die Christen des Ostens an unserem Osterfest gerade die eigene Karwoche beginnen und möglicherweise streng vegan fasten. Aber in diesem unterschiedlichen Rhythmus liegt auch eine Chance: Begleiten Sie sie dann eine Woche später zu ihren Osterfeierlichkeiten und erleben Sie einmal die große Kraft dieser Osterliturgie. Fahrdienste könnten dabei eine Unterstützung sein.

Gemeinsame meditative Osterspaziergänge nach dem orthodoxen Osterfest

Gehen Sie in den Osterwochen gemeinsam mit den orthodoxen Geflüchteten zu einer Kirche, Kapelle, einem Wegkreuz oder an andere spirituelle Orte oder besondere Orte in der Natur und gestalten Sie diesen Weg mit einladenden einfachen Formen, um miteinander das Wort Gottes zu teilen, gemeinsam zu beten und sich den Segen Gottes zuzusprechen. Dabei können wir auch mit Zeichen und Symbolen aus der Liturgie und aus dem christlichen Brauchtum (gesegnete Speisen, Weihwasser, Weihrauch) Menschen mit Gott in Berührung bringen und uns Trost, Kraft und Halt geben.

Es braucht für solche Aktivitäten nur Personen, die Ideen entwickeln, Initiativen ergreifen, auf Menschen zugehen, und Menschen, die Talent und Lust haben, etwas zu gestalten. Sie sind sicher auch in der Ferienzeit zu finden, vielleicht auch solche, die man bisher noch nicht angesprochen hat. Gehen Sie auch auf die Schwesterkirchen-gemeinden in der Ökumene zu.

Trauen Sie sich, neue Wege zu gehen. Wir Christen können gemeinsam Zeichen setzen, dass wir an einen Gott des Lebens glauben und getröstet und mit Hoffnung und Zuversicht auf dem Weg sein können. 

Wenn Sie uns von Ihrer Osterbegegnung erzählen oder Bilder schicken möchten, freuen wir uns: oekumene@eomuc.de oder regionalbischof.muenchen@elkb.de

Diese Informationen und Impulse hat zusammengestellt ein multikonfessionelles Team aus dem Kirchenkreis München: Werner Attenberger, Michael Bayer, Dr. Florian Schuppe, Anika Sergel-Kohls und Georgios Vlantis.