Die Botschaft des Kreuzes

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Das Kreuz Jesu Christi ist Provokation und Verheißung für alle Menschen. Davon sprach Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler bei ihrer Predigt am Karfreitag in der Kirche St. Lukas in München. Sie bezog dabei deutlich Stellung zur Abschaffung des Karfreitags als gesetzlichem Feiertag in Österreich.

Die Abschaffung dieses Feiertags sei Zeichen einer großen Überforderung auf verschiedenen Ebenen ("Erst hatten viele den Feiertag, dann wollten ihn alle haben, deshalb sollte jeder nur einen halben bekommen und jetzt hat keiner mehr was") und stehe gleichnishaft für diese Tage: "Der Karfreitag, der Tag, an dem Gott stirbt, wird unter rechtlichen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten betrachtet....Gott, der leidende und sterbende Christus wird zur alpenländisch-europäischen Verhandlungsmasse."

Auch in Deutschland werde über das Kreuz nicht ernsthaft genug debattiert, so die Münchner Regionalbischöfin. Dass der als Verbrecher liquidierte Jesus von Nazareth, Gottes Kraft und Weisheit sein solle, wie es der Apostel Paulus sage, sei "wirklich einemaßlose Provokation". Während Gott, das ewige Prinzip und Gott der Allmächtige durchaus mit heutigen Weltbildern kombinierbar sei, bleibe das Kreuz ein Skandal und dokumentiere "die Krise aller selbst gemachten Gottesbilder". Jesus habe ein Bild Gottes verkörpert, das heute wie zu seiner Zeit - selbst bei seinen Jüngern -  unerwünscht sei. Erst von Ostern her werde die Wahrheit des Kreuzes deutlich: "dass Gott bei seiner Suche nach den Menschen an keiner Grenze, keiner religiösen, keiner weltlichen haltmacht!"

Text: ELKB