Station in Cambridge

Die gotische Kapelle des Kings College in Cambridge (Bild: SBK)Ganz Europa bereitet sich mit einem großen Stationenweg auf das Reformationsjubiläum vor. Am 23. Februar erreichte die gemeinsame Feier das berühmte Kings College in Cambridge. Die Predigt zum Abendgebet hielt Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler: Sie sprach sich dabei beherzt gegen Populismus und für mehr christliches Engagement in Politik und Gesellschaft aus.

Die englische Stadt Cambridge ist bekannt für ihre Universität, die gotische Kapelle und den Chor des King's College. In der Taverne „White Horse“ wurde schon ab 1521 über die Thesen Martin Luthers diskutiert. Und nun gedachte man hier in einem Festakt der Reformation. Den Abschluss dieses Tages bildete die Abendandacht in der bekannten Kapelle. Als deutsche Kirchenvertreterin übernahm Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler die Predigt.

Susanne Breit-Keßler hielt eine engagierte, politische Predigt: Deutlich bezog sie Position zur aktuellen Politik: „‚Die Wahrheit wird euch frei machen’ sagt Jesus. Von alternativen Fakten hat er nicht gesprochen.“ Der gegenwärtige Populismus füttere Ressentiments und bedrohe die gesellschaftlichen Grundwerte. Sie rief darum dazu auf, genau hinzusehen und diese Werte entschieden zu verteidigen: „Wir wollen als Christen mit anderen zusammen zu einer lebens- und liebenswerten Gesellschaft und Kirche beitragen. Unser Glaube wirkt im Miteinander und Gegenüber zur Politik.“ Und sie betonte auch die tiefe Verbundenheit mit der Kirche in Großbritannien: „Wir sollen uns mit hellwachem Geist und offenem Herzen für Menschen engagieren, die uns in Europa und weltweit anvertraut sind. Daran ändert auch der Brexit nichts.“

Die Kirche von England und die Evangelische Kirche in Deutschland sind durch die „Meissener Erklärung“ eng miteinander verbunden. Erst im vergangenen September hatten beide Kirchen das 25jährige Jubiläum dieses Bündnisses in München gefeiert.