Reformationspreis auf dem Filmschoolfest Munich verliehen

Der Reformationspreis auf dem Filmschoolfest Munich 2017 (Bild: PS)Der Kirchenkreis München-Oberbayern hat am 25. November auf dem "Filmschoolfest Munich" den Reformationspreis vergeben. Er würdigt Filme, die sich um die reformatorischen Themenkomplexe Freiheit, Gewissen, Verantwortung und Erneuerung verdient machen. „Diese Kernthemen der Reformatoren vor 500 Jahren sind heute so brennend aktuell wie damals" so Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler.

Zusammen mit Alt-Oberbürgermeister Christian Ude und dem Regisseur und Kameramann Xaver Schwarzenberger hat sie unter den 44 Wettbewerbsfilmen des Filmfestes den Reformationspreis gekürt und bei der festlichen Award Ceremony überreicht.

Der erste Reformations-Preis ging an den Film "Greetings from Kropsdam" von Joren Molter: In einem kleinen holländischen Dorf wird eine umstrittene Windturbine gebaut. Die Wut der Einwohner richtet sich ausgerechnet gegen den friedlichen Lammert, der – außer seiner Vorliebe für Kuchen – eigentlich niemandem etwas zuleide tut. Der Film deckt die totalitäre Seite der Dorfidylle auf, mit viel feinsinnigem Humor und eindrucksvollen Bildern. Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler würdigt in ihrer Laudatio den Film: "Die Jury sieht in Joren Molters Werk eine wahrhaft lutherische Aufforderung, der eigenen Gewissensüberzeugung zu folgen, manchmal nolens volens, vielleicht selbst davon überrascht, gelegentlich vollkommen überzeugt - wohl wissend, dass das Konsequenzen hat."

Auf den zweiten Platz wählte die Jury des Reformationspreises die Dokumentation "The Origin of Trouble" von Tessa Luise Pope. Sie macht sich auf die Suche nach ihrem verlorenen Vater. Der Film erzählt auf einfühlsame Weise von Liebe, Hoffnung, Verrat und Verlust.

Mit dem dritten Platz zeichnete der Kirchenkreis den skandinavischen Kurzfilm "Mamma" von Julia Lindström aus. Er handelt von komplizierten Mütter-Töchter-Beziehungen, Verantwortung und der Suche nach Glück in einer Silvesternacht.

Der Preis wird vom Kirchenkreis München-Oberbayern verliehen, um das Reformationsjubiläum zu feiern. "Im 16. Jahrhundert sorgten besonders Flugschriften, Briefe und Bücher für die Verbreitung des Gedankenguts von Martin Luther. Heute sind es die modernen Medien, die unsere Diskurskultur beeinflussen". Mit dem Reformationsfilmpreis setzt der Kirchenkreis einen Akzent auf mediale Verarbeitung und Verbreitung reformatorischer Einsichten. Der Preis wendet sich an junge Filmemacher, um sie für die Aktualität der biblischen Botschaft und ihre zentrale Bedeutung für die Zukunft von Individuum und Gesellschaft zu sensibilisieren.