Himmlischer Friede und göttliche Beziehungsarbeit

Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler bei ihrer Weihnachtspredigt (Bild: BR)Am ersten Weihnachtsfeiertag feierte die Gemeinde der Münchner St. Lukas-Kirche einen Festgottesdienst, der im Bayerischen Fernsehen übertragen wurde. In ihrer Predigt sprach Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler von Frieden, himmlischer Erotik, göttlicher Beziehungsarbeit und dem Kind in der Krippe.

Friede auf Erden sei die Botschaft des Weihnachtsfestes. Und doch käme es in vielen Familien gerade an Weihnachten immer wieder zu Streit. Häufig bräche an diesen Tagen das auf, was schon lange unter der Decke gehalten worden sei. Darum sei es wichtig, sich trotz Weihnachtsstress mit Liebe und Respekt zu begegnen: "Dazu gehört die Fähigkeit, genau zuzuhören und sich ausreden zu lassen - einander ernst zu nehmen und die Meinung des anderen zu achten."

Angesichts des Unfriedens in der Welt sei Respekt ebenso notwendig wie ein deutliches Zeichen gegen Hass und Gewalt: "Niemand darf Gewalttätern ewiges Seelenheil verheißen - weil unsere heiligen Botschaften das nicht zulassen. Wir sollten Menschen freundlich lehren, heimlich und öffentlich gepflegte Feindbilder loszulassen, sich in andere Kulturen einzufühlen und sie verstehen, mindestens tolerieren zu lernen. Das ist wahrer Glaube: Gott, den Schöpfer allen Lebens zu ehren, in dem man seine unterschiedlichsten Ebenbilder als gleichberechtigt achtet."

Denn die Liebe Gottes gelte allen Menschen. Diese Liebe fange schon im kleinen an und habe auch eine erotische Seite: "In einem Psalm steht, dass Güte und Treue einander begegnen, Gerechtigkeit und Friede sich küssen. Ist das nicht ein zauberhaftes Bild, ein ganz und gar verführerisches?" Zu dieser erotischen Liebe käme die "himmlische Beziehungsarbeit" Gottes, aus der schließlich das Kind in der Krippe hervorgehe. Dieses Kind sei ein Sinnbild dafür, wie sich Respekt und Liebe in der Welt Raum schaffen können.