Ein Platz für Martin Luther

Der Martin-Luther-Platz in HöhenkirchenDie evangelische Kirche von Höhenkirchen bei München bekommt zum Reformationsjubiläum eine neue Adresse: Martin-Luther-Platz 1. Einstimmig hatte der Gemeinderat beschlossen, dem Reformator einen Platz zu widmen. Am 31. Oktober wurde er nun festlich eingeweiht, in Anwesenheit von kommunalen und kirchlichen Persönlichkeiten. In ihrer Predigt zum Festgottesdienst sprach Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler vom reformatorischen Lebensgefühl, das im Jubiläumsjahr spürbar wird. "Begeistertes reformatorisches Lebensgefühl meint: Weder muss noch brauche ich mich zu rechtfertigen, sondern ich bin gerechtfertigt vor Gott." 

Der Martin-Luther-Platz wurde mit Stelen aus Edelstahl gestaltet, auf denen die vier Grundsätze der Reformation „allein durch Gnade“, „allein durch Glauben“, „allein durch Christus“ und „allein durch die Schrift“ dargestellt sind. Vor den Stelen steht der Taufstein der ersten Kreuz-Christi-Kirche, der als Brunnen zum Verweilen einlädt.

Die Regionalbischöfin freute sich über diesen schön gestalteten Platz und seine Bedeutung: "Ich finde es geistvoll, nicht allein den Platz umzubenennen, sondern ihn auch neu zu gestalten. Das Taufbecken der alten Kirche als Brunnen, an dem man sich der eigenen Taufe erinnert – so, wie es Luther gemacht hat. Wenn es ihm nass eingegangen ist, hat er vor sich auf den Tisch mit Kreide geschrieben, ich bin getauft. Das ist jetzt übrigens keine Ermunterung für Schmierereien, wie sie an der alten Betonmauer üblich waren. Der Reformator hat sich mit seinem Satz ins Gedächtnis gerufen, dass er nicht allein ist, sondern in Gottes Hand."

In das Pflaster vor der Kirche haben die Arbeiter eine große farbige Luther-Rose eingelassen. Und dort feierte die Gemeinde ihren neuen Platz: Mit selbstgebackenen Luther-Keksen und dem „Reformator“-Bier, das die Kirchengemeinde zum Jubiläum eigens bei der Brauerei im Nachbarort Aying in Auftrag gegeben hatte.

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