50 Jahre evangelische Theologie in München

Illustration: 50Eine der jüngsten evangelisch-theologischen Fakultäten in Deutschland wird 50 Jahre alt: Am 16. November feiert sie ihr Jubiläum mit einem Festakt in der großen Aula der Ludwig-Maximilians-Universität.

Zum 1. Oktober 1967 war die Fakultät offiziell gegründet worden, ihren Lehrbetrieb nahm sie zum Sommer-Semester 1968 auf. Damit fiel ihre Gründung in die "68er", das wilde Leben dieser Jahre bekam die junge Fakultät auch prompt zu spüren: Die bereits vorbereiteten akademischen Eröffnungsfeierlichkeiten mussten wegen Studentenunruhen unterbleiben.

Deutlich gediegener soll nun das 50jährige Bestehen gefeiert werden. Der Festakt in der großen Aula rundet einen Festtag mit öffentlichen Workshops aller Abteilungen ab. Grußworte halten Prof. Dr. Bernd Huber (Präsident der LMU), Regionalbischöfin Susanne Breit-Keßler (Ständige Vertreterin des Landesbischofs der ELKB) und Dr. Ludwig Spaenle (Bayerischer Staatsminister für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst). Als Höhepunkt der Feierlichkeiten verleiht die Fakultät die Ehrendoktorwürde an Hildegrund Holzheid. Sie ist Präsidentin a.D. des Oberlandesgerichts München und des Bayerischen Verfassungsgerichtshofes. Die Fakultät ehrt damit ihren großen Einsatz auf dem Gebiet der Ethik.

Die Evangelisch-Theologische Fakultät an der LMU München ist eine der jüngsten und profiliertesten Fakultäten in Deutschland. Viele große Theologen haben ihr ein ganz eigenes Gepräge gegeben und tun das noch heute. Gleich zwei Einrichtungen erforschen hier die Geschichte der Kirche im 20. Jahrhundert: Die Forschungsstelle der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kirchliche Zeitgeschichte und die DFG-geförderte Forschergruppe "Der Protestantismus in den ethischen Debatten der Bundesrepublik Deutschland 1949-89". Außerdem ist München ein wichtiger Standort für die Ökumene: Nur hier sind alle drei großen christlichen Konfessionen vertreten und kommen miteinander ins Gespräch. Der interfakultäre Studiengang Religionswissenschaft weitet diesen Dialog auf die Weltreligionen aus.